Stadt-Land-Gefälle bei Alkounfällen

Bei fast sechs Prozent aller Verkehrsunfälle spielt Alkohol eine Rolle. Wobei in Städten deutlich weniger Alkounfälle passieren. Spitzenreiter sind die Bezirke Hermagor und Scheibbs.

Laut der aktuellen Analyse des Verkehrsklub Österreich (VCÖ) ist der Anteil an durch Alkohol verursachten Verkehrsunfällen in Städten am geringsten, Wels schneidet dabei am besten ab. In den Bezirken Hermagor und Scheibbs ist der Anteil am höchsten. Discobusse, Anrufsammeltaxis und Bahnverbindungen am späten Abend seien wirksame Maßnahmen für den Verzicht auf das eigene Auto.

7.830 Unfälle unter Alkoholeinfluss

Untersucht wurde der Zeitraum von 2013 bis einschließlich des ersten Halbjahrs 2016. In dieser Zeit waren 5,9 Prozent der Verkehrsunfälle in Österreich Alkounfälle. Das waren insgesamt 7.830, dabei wurden 10.140 Personen verletzt, 92 Menschen kamen ums Leben.

In Wels war der Anteil der Unfälle unter Alkoholeinfluss mit 3,1 Prozent österreichweit am niedrigsten, so die VCÖ-Analyse. Knapp dahinter liegen mit Graz, Wien, Waidhofen/Ybbs, Wiener Neustadt und Linz fünf weitere Städte. Von den Bezirken weist Mödling mit 4,3 Prozent den niedrigsten Anteil auf. In Hermagor ging hingegen jeder zehnte Unfall auf einen Alkolenker zurück - mehr dazu in Jeder zehnte Unfall durch Alkohol.

Weniger Unfälle, seit Nacht-U-Bahn fährt

Das öffentliche Verkehrsangebot in den Städten sowie die Möglichkeit, mit dem Taxi oder zu Fuß nach Hause zu kommen, sind laut VCÖ die Hauptgründe für den niedrigeren Anteil von Alkounfällen in Städten. In Wien wurde 2010 die Nacht-U-Bahn eingeführt. Damals lag die Zahl der durch Alkohol verursachten Unfälle noch bei 269, im Jahr 2011 ging die Zahl bereits auf 218 zurück. Im Vorjahr gab es nur noch 166 Unfälle unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr. Das Burgenland konnte laut VCÖ durch ein flächendeckendes Discobusnetz die Zahl der Alkounfälle um rund zwei Drittel reduzieren.

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