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DISTANZIERUNG VERLANGT |
11.09.2007 |
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Protest gegen Burschenschaftertreffen
Ein geplantes Burschenschaftertreffen, der "Turmkommers" von 5. bis 7. Oktober, hat am Dienstag in Linz für Aufregung gesorgt. Die Stadt drohe zum "Schauplatz eines ewig gestrigen Spektakels" zu werden, warnten antifaschistische Organisationen.
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Die Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) hat die Genehmigung zur Nutzung eines Hörsaales im Rahmen dieser Veranstaltung zurückgezogen, nachdem das Programm übermittelt wurde.
"Wallfahrtsstätte großdeutscher Propaganda"
Anlass des Treffens sei das 90-jährige Bestehen des sogenannten "Anschlussturms", berichteten das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) und andere antifaschistische Organisationen in einer Presseaussendung. Dieser diene Deutschnationalen bis Rechtsextremen bis heute als Wallfahrtsstätte und Ort großdeutscher Propaganda.
Vor der "Weihe" am 15. und 16. Oktober 1932 sei am Turm die Inschrift "Ein Volk, ein Reich" angebracht worden, so die Lagergemeinschaft Mauthausen und wies darauf hin, dass die "Deutsche Burschenschaft" den "Anschlussturm" auf ihrer Homepage eine "Erinnerungsstätte daran, dass es über die Grenzen und die Einzelstaatlichkeit hinaus ein geistiges Band gibt, welches den gesamten deutschen Volks- und Kulturraum umfasst" nennt.
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Symposion zur "Freiheit in der EU"
Im Rahmen der dreitägigen Veranstaltung sei an der JKU ein Symposion zur "Freiheit in der EU" geplant, berichtete das DÖW weiter. Dieses dürfte allerdings ins Wasser fallen: Wie das Büro des Rektors Rudolf Ardelt am Dienstag mitteilte, sei die Genehmigung zur Nutzung des Raumes "unter Angabe von unrichtigen und unvollständigen Tatsachen erwirkt" worden.
Im Mai habe eine Linzer Rechtsanwaltskanzlei um die Genehmigung der Benutzung eines Hörsaales für einen Vortrag zum Thema "Das Geld als Zauberstab und die Macht der internationalen Finanzmärkte" eines angesehenen Innsbrucker Moraltheologen angesucht. Mittlerweile habe man die Erlaubnis schriftlich widerrufen, so die JKU.
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Kritik von fast allen Seiten
Gegen das Burschenschaftertreffen hagelte es am Dienstag Kritik von allen Seiten. SPÖ, Grüne, zahlreiche antifaschistische und Jugendorganisationen sowie ein prominentes Personenkomitee forderten, die Veranstaltung zu unterbinden.
Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) hat mit dem Treffen zwar keine Freude, betonte aber, keine rechtliche Möglichkeit für ein Verbot zu haben. Lediglich die FPÖ wies die Kritik am Kommers entschieden zurück.
Zahlreiche antifaschistische Organisationen forderten, die Veranstaltung zu verhindern. Unterstützt wurden sie von einem prominenten Personenkomitee, dem unter anderem die Schriftsteller Michael Köhlmeier, Robert Menasse, Franzobel oder Elfriede Jelinek angehören. Sie befürchten, das Spektakel werde dem Ruf von Linz, das 2009 Kulturhauptstadt sein wird, nachhaltigen Schaden zufügen.
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