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DI | 09.02.2010
Verwüsteter Muslimischer Friedhof (Bild: Soleiman Ali)
Graz
Gräber zerstört und Drohbriefe gegen Muslime
Nachdem auf dem Grazer Zentralfriedhof islamische Grabstätten geschändet worden sind, überprüft die Polizei einen möglichen politisch motivierten Akt. Parallel sind auch Drohbriefe aufgetaucht. Der Verfassungsschutz ermittelt.
Anonymer Drohbrief einer "Aktions-Gruppe für ein moslemfreies Graz"
"Eure Moschee wird brennen"
"Eure Moschee wird brennen, auf Eurem islamischen Friedhof werden wir Schweineinnereien vergraben, und Soleiman Ali wird sich bald im Paradies wiederfinden": Dieses anonyme Drohschreiben erhielt der Vorsitzende der ägyptischen Gemeinde in Graz, Soleiman Ali, per Post. Der Absender zeichnete mit "Aktions-Gruppe für ein moslemfreies Graz".
Radmuttern gelockert
Der Vorsitzende der ägyptischen Gemeinde sieht sich und seine Familie massiv bedroht. Soleiman Ali zeigte bei der Polizei auch an, dass unbekannte Täter beim Auto eines Nachbarn die Radmuttern an allen vier Reifen gelockert hätten. Er glaubt aber, dass diese Manipulation ihm gegolten habe.
45 islamische Gräber auf dem Grazer Zentralfriedhof geschändet
Gräber geschändet
Auf dem Grazer Zentralfriedhof schändeten unbekannte Täter in den vergangenen Tagen insgesamt 45 islamische Grabstätten.

Am Montag alarmierte ein Friedhofsbesucher die Polizei. Bei drei Grabstätten war der Grabstein umgeworfen, bei zwölf weiteren Grabstätten waren die Holztafeln mit der Inschrift des Verstorbenen umgerissen. Mittwochvormittag stellten die Kriminalisten bei einer weiteren Tatortbesichtigung fest, dass von den insgesamt 70 muslimischen Grabstätten 45 Gräber beschädigt waren.
Zusammenhang mit Gemeinderatswahlkampf?
Der Menschenrechtsbeirat der Stadt Graz schloss in einer Aussendung nicht aus, dass die Täter durch den islamfeindlichen Gemeinderatswahlkampf von FPÖ und BZÖ in Graz zu den Schändungen ermutigt wurden. BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz konterte: "Eine unfassbare Entgleisung".
Laut Polizei deutet derzeit nichts auf eine politisch motivierte Tat hin - es gebe keine rechtsextremen Parolen oder Schmierereien.
Drohbrief aus rechtsextremem Lager
Anders verhält es sich mit dem anonymen Drohbrief, den Experten eindeutig dem rechtsextremen Lager zuordnen. Im Briefkopf ist eine Odalrune zu sehen, die bei den Nationalsozialisten für Besitz und Eigentum stand und heute von einschlägigen Gruppierungen verwendet wird.

Der Verfassungsschutz des Landes und die Staatsanwaltschaft wurden eingeschaltet.
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