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Morgen trüb und kalt, etwas Schneefall |
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GESUNDHEIT |
20.04.2009 |
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Jeder Fünfte leidet unter Depressionen
Jeder Fünfte leidet einmal in seinem Leben an einer Depression, jeder Sechste hat Angststörungen. Die beiden Krankheiten gehen vielfach Hand in Hand. 82 Prozent der Patienten wünschen sich mehr Verständnis, Respekt und Akzeptanz.
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Patienten wünschen sich mehr Verständnis
Die Angststörungs- und Depressionspatienten leiden mehr unter dem Zustand, dass sie eine psychische Erkrankung haben, als unter den Symptomen selbst.
Obwohl die WHO die Depression bereits zur "Krankheit des Jahrhunderts" erklärt hat, ist sie noch immer stigmatisiert, wie auch der am Montag in Wien präsentierte erste österreichische Patientenbericht zeigt, in dessen Rahmen mehr als 600 Menschen befragt wurden.
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Jeder Zweite kann nur schlecht damit leben. |
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"Hoch einschränkende Erkrankung"
"Die Depression ist eine hoch einschränkende Erkrankung", erklärte Michael Musalek, Präsident der Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie. 49 Prozent der Befragten erklärten, mit ihrer Erkrankung nur schlecht leben zu können.
Folgen von Ängsten und Depressionen sind Krankenstände, Arbeitsunfähigkeit, sozialer Rückzug und Beziehungsverluste. Dabei sind Angststörung und Depression an sich sehr gut behandelbar - je früher, desto besser. Bloß: Laut Patientenbericht vergehen zweieinhalb Jahre zwischen den ersten Symptomen und Therapie.
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Die Symptome
Angststörungen und Depression treten mit körperlichen Begleiterscheinungen wie Schweißausbrüche, Herzrasen, chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit und Magenbeschwerden auf. Psychische und physische Beschwerden können sich wechselseitig verstärken.
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Hohe Dunkelziffer vermutet. |
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Mehr Frauen als Männer betroffen
Unter den Patienten sind mehr Frauen als Männer. Das dürfte einerseits daran liegen, dass sie den Gang zum Arzt weniger scheuen und andererseits häufiger chronischen Belastungen ausgesetzt sind, die zu Depressionen führen können.
Die Dunkelziffer der Betroffenen ist nach Einschätzung von Experten hoch.
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Hohe Compliance
Die Patienten zeichnen sich durch eine selbst für Experten überraschend hohe Compliance aus: 85 Prozent nehmen regelmäßig die ihnen verordneten Medikamente. Antidepressiva wirken - manchmal erst nach drei Wochen - und führen anders als Tranquilizer entgegen eine verbreiteten Meinung nicht zu Abhängigkeit.
Für 78 Prozent der Patienten ist es laut dem Bericht darüber hinaus wichtig, dass ein bewährtes Medikament nicht gewechselt wird.
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Ärztekammer: Doppelt so viele Psychiater notwendig. |
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Behandlung durch praktischen Arzt
Leicht bis mittelschwere Angststörungen und Depressionen kann der praktische Arzt behandeln, der den Vorteil hat, die sozialen Lebensbedingungen des Patienten zu kennen, wie Barbara Degn, Präsidentin der Wiener Gesellschaft für Allgemein-und Familienmedizin, erläuterte.
Lebenssituationen wie Todesfall, finanzielle Probleme, Schwierigkeiten im Beruf oder der Verlust des Arbeitsplatzes stellen Risikofaktoren für den Ausbruch von Angststörungen und Depressionen dar.
Die Versorgung mit Fachärzten ist in Österreich nicht zum Besten bestellt: Laut Ärztekammer-Präsident Walter Dorner wären doppelt so viele niedergelassene Psychiater notwendig, um eine Versorgung zu erreichen, die als internationaler Standard gilt.
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