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DI | 09.02.2010
Bild: APA
Alkoholismus
Alkohol Volksdroge Nummer eins
870.000 Österreicher haben Alkoholprobleme. Insgesamt 330.000 - und damit fünf Prozent der Bevölkerung - sind als alkoholabhängig einzustufen. Diese Zahlen wurden bei einer Präventionstagung in Wien bekannt gegeben.
Vom Genuss zur Abhängigkeit
Gleichzeitig warnt der Fonds Gesundes Österreich vor den "oft fließenden Grenzen" zwischen Alkoholgenuss, -missbrauch und -abhängigkeit.
Lebenserwartung um 20 Jahre geringer
Was aber häufig unterschätzt werde: Krügel, Achtel & Co. sind nicht nur die größte Volksdroge neben Tabak, sondern auch eine regelrechte Todesdroge. Die Lebenserwartung von Alkoholabhängigen ist laut Fonds Gesundes Österreich gegenüber der Durchschnittsbevölkerung um 20 Jahre reduziert.
60 Krankheiten in direktem Zusammenhang
Alkohol löse weiters weltweit ein ähnliches Maß an Todesfällen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus wie Tabak und Bluthochdruck und werde mit 60 Krankheiten in einen direkten Zusammenhang gebracht, darunter Brustkrebs und koronare Herzerkrankungen.

"Von allen Patienten, die in ein allgemeines Krankenhaus eingewiesen werden, weisen etwa 29 Prozent der Männer und neun Prozent der Frauen eine alkoholassoziierte Erkrankung innerer Organe auf", sagt der Leiter der II. Medizinischen Universitätsklinik in Mannheim, Manfred Singer.
Gesundheitsfördernde Wirkung dementiert
Die angebliche gesundheitsfördernde Wirkung von Alkohol müsse man als Mythos betrachten, warnten zahlreiche der Experten in Wien. Eine moderate Dosis könne zwar allenfalls gut für die Kardioprotektion sein, habe aber zugleich negative Auswirkungen auf andere Organe, gibt Singer zu bedenken.

"Fest steht, Alkohol ist viel schädlicher als früher angenommen", so Singer. Das Trinken von Alkohol sei selbst in moderaten Mengen mit einem Gesundheitsrisiko verbunden.
Preiserhöhung gefordert
Die effizienteste Methode der Alkoholprävention ist laut dem Suchtforscher Jürgen Rehm eine Preis- bzw. Steuererhöhung.

In einer im Fachjournal "Lancet" veröffentlichten Studie rechnete der Forscher gemeinsam mit Kollegen aus Schweden und Kanada vor, dass eine zehnprozentige Verteuerung der britischen Alkoholpreise die Sterblichkeit auf Grund von Zirrhose bei Männern um sieben und bei Frauen um 8,3 Prozent senken würde.
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