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DI | 09.02.2010
Polizeieinsatz bei Nacht (Bild: ORF)
Innsbruck
Viele Bürger sind verängstigt
Laut Polizei sei Innsbruck nicht unsicherer als andere Städte in Österreich. Allerdings sorgen häufige Meldungen über Vorfälle, etwa der so genannten Marokkaner-Szene, bei vielen Bürgern für Ängste und Unbehagen.
FPÖ will "Bürgerwehr"
Die Innsbrucker FPÖ will jetzt eine Bürgerbewegung, eine Art Bürgerwehr ins Leben rufen: Die Bürger sollen sich mit Pfefferspray und ähnlichem bewaffnen und sich selbst verteidigen.
Straffällige, die nicht abgeschoben werden können, etwa weil sie warten, bis ihr Asylantrag behandelt wird, sollen sogar in eigene Lager kommen, so Landesparteiobmann Gerald Hauser:

"Wenn jemand seine Identität nicht nachweisen kann, dann gibt es auch kein Asylverfahren. Dann ist er dorthin abzuschieben woher er gekommen ist. Wenn ich das nicht feststellen kann, muss er in ein Anhaltelager gebracht werden."
Polizeipräsenz erhöhen
Die größeren Innsbrucker Gemeinderats-Parteien halten Lager oder Bürgerwehren für falsch. Die Polizei müsse und könne für Sicherheit sorgen, meinen ÖVP, SPÖ und Für Innsbruck.

Natürlich genüge das "Rumpfwachzimmer" am Bahnhof mit zwei Polizisten nicht, so Marie-Luise Pokorny-Reiter von der SPÖ. Auf mehr Personal vom Tiroler Innenminister Günther Platter hofft auch die ÖVP.

Ansetzen, so Grüne und Liberales Innsbruck, müsste die Politik aber auch bei den Konsumenten. Für die Grünen bräuchte es mehr Aufklärung, Beratung und Hilfe für Jugendliche. Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie Sport könnten ein Abdriften in die Drogensucht verhindern, so die Liberalen.

Die in Innsbruck tätige Marokkaner-Szene sind letztlich nur die kleinen Fische. Die großen Bosse sitzen woanders. Die jungen Burschen sind meist Straßenkinder aus Casablanca - mit dem Traum vom schnellen Geld.

Die Marokkaner-Szene sei, laut Polizei, übrigens ein Problem, das auch Städte in Frankreich oder Deutschland kennen.
"Marokkaner-Szene"
Derzeit sind in Innsbruck ca. 70 Marokkaner unterwegs. Die Polizei geht insgesamt von einer Gruppe von rund 250 Personen aus, die sich ständig abwechseln.

Die so genannte Marokkaner-Szene dealt derzeit vor allem auf dem Bahnhof, die meist jüngeren Burschen werden von den großen Drogenbossen in Italien rekrutiert.

Einige von ihnen sind mit einheimischen Mädchen unterwegs, die sie auch mit Drogen beliefern. Die meist jüngeren Burschen fallen durch hohe Gewaltbereitschaft vor allem aber untereinander auf.
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