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SA | 21.11.2009
Polizei (Bild: APA)
Studie
Hunderte Polizisten wollen Wien verlassen
Laut der Polizeigewerkschaft wollen 435 uniformierte Polizisten weg aus Wien. Einer der Gründe: Personalmangel und daraus resultierende Überstunden - laut einer polizeiinternen Studie bis zu 68 pro Monat.
Personal-Entwicklungsgruppe soll eingesetzt werden.
Überstunden ungleich verteilt
Laut der Studie, die derzeit für mächtig Wirbel sorgt, sind die Überstunden ungleich verteilt. Landespolizeikommandant Karl Mahrer will vor allem hier ansetzen, um den Druck von den Kollegen zu nehmen: "Maßnahmen werden eine noch gerechtere Aufteilung der Überstunden zwischen den Abteilungen und unter den Mitarbeitern sein." Hier gelte es, die Vorgesetzten zu sensibilisieren, so Mahrer.

Auch soll eine von Mahrer eingesetzte Personal-Entwicklungsgruppe individuelle Lösungen für die einzelnen Polizeibeamten finden. Pro Monat muss jeder Polizist in Wien derzeit durchschnittlich rund 40 Überstunden machen, sagte Mahrer am Montag.
435 Polizisten wollen weg und haben insgesamt 750 Versetzungsansuchen gestellt.
Über die Hälfte kommt aus Bundesländern
435 Polizisten wollen weg und haben insgesamt 750 Versetzungsansuchen gestellt. Für Generalmajor Karl Mahrer, der die Studie in Auftrag gab, liegt der Hauptgrund für die Versetzungswünsche jedoch nicht bei den Überstunden.

Über die Hälfte der Wiener Polizisten sind keine Wiener, sondern stammen aus den Bundesländern. Zwar wird ihnen laut Mahrer bei der Einstellung nahe gelegt, auch den Hauptwohnsitz nach Wien zu verlegen, die meisten bleiben jedoch Pendler.
Belastung in Wien am höchsten.
Versetzung kann sich über Jahre ziehen
Das führe, so der Landespolizeikommandant, dazu, dass sich der Großteil nach einiger Zeit wieder Richtung Heimatbundesland versetzen lassen will, was sich jedoch über Jahre hinziehen kann. Daher wurde bereits letzten Herbst eine Gruppe von Personalentwicklern eingesetzt, die sich nur um die Versetzungswünsche kümmern, so Mahrer.

Unbestritten sei, dass die Belastungen im Dienst in Wien höher seien als in den Bundesländern - daher auch diese Belastungsstudie. Nun gehe es darum, gemeinsam mit der Personalvertretung die Erkentnisse daraus umzusetzen.
Vorerst kein Kommentar von Gewerkschaft
Die Gewerkschaft bestätigt zwar den bisher bekannten Inhalt der aktuellen Belastungsstudie, will vorerst aber noch nichts dazu sagen. Die Studie werde erst Ende Juni abgeschlossen - bis dahin habe man Stillschweigen mit der Wiener Polizeispitze darüber vereinbart.
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