Eine Person wirft ein Stimmzettel-Kuvert in eine Wahlurne
APA/BARBARA GINDL
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Politik

Vierzig Prozent sehen Demokratie in Gefahr

Vier von zehn Österreichern und Österreicherinnen sehen die Demokratie in Gefahr. Das ist eines der Ergebnisse einer Integral-Onlinestudie anlässlich des Tages der Demokratie am 15. September. Befragt wurden im August und September 1.024 Personen zwischen 18 und 69 Jahren repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.

Neun von zehn Befragten in Österreich halten die generelle Idee der Demokratie für eine gute Sache, fast genauso viele sind der Meinung, dass die Demokratie die beste Staatsform für das Land ist. Allerdings stimmt immerhin jeder Zehnte diesen beiden Aussagen nicht zu und steht der Demokratie als Staatsform negativ oder indifferent gegenüber.

Zwischen der generell positiven Einstellung zur Demokratie und der wahrgenommenen praktischen Umsetzung besteht eine deutliche Diskrepanz. Neun von zehn stehen der Demokratie grundsätzlich positiv gegenüber, aber nur sechs von zehn sind mit der gegenwärtigen Umsetzung zufrieden. Die Zufriedenheit steigt mit der formalen Bildung. So sind Personen mit Matura- oder Universitätsabschluss überdurchschnittlich zufrieden.

Grafik zur Demokratiezufriedenheit in Österreich
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: Integral

61 Prozent sehen zu wenig Mitbestimmung

Bemängelt werden beispielsweise die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger und Bürgerinnen: Knapp zwei Drittel (61 Prozent) sind der Meinung, dass zu wenig Mitbestimmung beim Volk liegt, ein gutes Viertel (29 Prozent) meint, dass die eigene Wahlstimme kaum eine Auswirkung hat.

Die Zufriedenheit mit dem demokratischen Status quo variiert deutlich zwischen den verschiedenen Wählergruppen: Deklarierte ÖVP- und SPÖ-Wähler und -Wählerinnen sind am zufriedensten (75 bzw. 72 Prozent) mit der Funktionsweise der Demokratie in diesem Land. Auch Wählerinnen und Wähler der Grünen und von NEOS sind zu knapp zwei Dritteln positiv gestimmt. Von den FPÖ-Wählern und -Wählerinnen sind hingegen nur 40 Prozent zufrieden.

Rechtsextremismus „größte Gefahr“

Vier von zehn Befragten (39 Prozent) sehen die Demokratie in Österreich aktuell in Gefahr. Grün- bzw. JETZT-Wählerinnen und -Wähler sind mit über 50 Prozent dabei am besorgtesten, ÖVP- und NEOS-Wähler und -Wählerinnen sehen die geringste Bedrohung (26 bzw. 29 Prozent). Als größte Gefahr sieht man vor allem Rechtsextremisten (46 Prozent). Mit deutlichem Abstand folgen Migranten, Linksextremisten sowie Rechtspopulisten (je 29 Prozent). Eine knappe Mehrheit (56 Prozent) sieht derzeit keine Gefährdung der Demokratie.

Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) ist der Ansicht, dass die Demokratie hierzulande gleich gut bzw. gleich schlecht funktioniert wie vor zehn Jahren. 29 Prozent finden hingegen, dass die Demokratie vor zehn Jahren in einem besseren Zustand war. Die Österreicher und Österreicherinnen sind skeptisch, was die nächsten zehn Jahre für die Demokratie bringen werden: 45 Prozent erwarten zwar keine Veränderung, doch ein gutes Drittel (35 Prozent) rechnet mit einer Verschlechterung des Zustands unserer Demokratie.

In Deutschland sehen zum Vergleich Befragte die Demokratie in ihrem Land stärker in Gefahr als in Österreich. Mit 53 Prozent ist die Gruppe in Deutschland deutlich größer als hierzulande (39 Prozent). Das hat das SINUS-Institut in Kooperation mit YouGov für Deutschland herausgefunden.