Menschen stehen in der Warteschlange vor wiedergeöffnentem Baumarkt
APA/EXPA/Erich Spiess
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Wirtschaft

Blockabfertigung in Baumärkten

Die Lockerungen der Maßnahmen für den Handel haben am Dienstag zu einem regen Zustrom zu den wieder geöffneten Baumärkten geführt. Es gilt Masken- und Abstandspflicht, bei großem Andrang kam es immer wieder zu Blockabfertigung.

Die Regierung ersuchte angesichts des starken Andrangs, nicht gleich am ersten Tag die Geschäfte zu stürmen. „Die Baumärkte bleiben offen. Man muss nicht alles heute besorgen“, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Dienstag bei der Regierungspressekonferenz.

Ähnlich äußerte sich auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Der Andrang sei nicht überraschend, weil die Geschäfte lange geschlossen waren. „Dass es in den Baumärkten großen Andrang geben wird, damit haben wir gerechnet.“ Aber die Geschäfte haben wieder länger offen, man müsse nicht unbedingt am ersten Tag einkaufen gehen.

Menschen stehen in der Warteschlange vor wiedergeöffnentem Baumarkt
APA/Erwin Scheriau
Wer am ersten Tag nach der Sperre zum Baumarkt geht, muss sich auf längere Wartezeiten einstellen

Lange Schlangen in allen Bundesländern

Vielerorts bildeten sich vor den Eingängen zu Baumärkten schnell lange Schlangen, die Kundinnen und Kunden dürften sich laut Berichten allerdings weitgehend diszipliniert an die vorgeschriebenen Abstände halten – mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Sehr rege war der Zustrom auch bei Baumärkten in Niederösterreich. Teilweise wurde die Zahl der Einkaufswagen kontingentiert, um die Zahl der Menschen im Geschäft zu begrenzen – mehr dazu in noe.ORF.at.

Diszipliniert zeigten sich auch die Kunden in den steirischen Baumärkten und Gartencentern. Die Gewöhnung an die Schutzmaßnahmen in den vergangenen Wochen hatten viele offenbar schon verinnerlicht – mehr dazu in steiermark.ORF.at.

Bei einem Baumarkt in Dornbirn in Vorarlberg war bereits um 9.00 Uhr im Freien kein Parkplatz mehr verfügbar. Im Eingangsbereich wurden Handschuhe und Gesichtsmasken verteilt, auch Desinfektionsspray stand zur Verfügung. Zwei Polizeibeamte gingen durch die Reihen und kontrollierten das Geschehen – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Menschen mit Einkaufswägen vor wiedergeöffnentem Baumarkt
APA/Helmut Fohringer
Mit Ordnungspersonal werden die Kunden der Baumärkte dirigiert, um die vorgeschriebenen Abstände zu gewährleisten

Handel erleichtert

Für insgesamt fast 350 Betriebe in Vorarlberg sei die Lockerung eine große Erleichterung, so Theresia Fröwis, Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Neben Gartencentern und Baumärkten dürfen kleinere Geschäfte bis 400 Quadratmeter wieder aufsperren. Die wirtschaftlichen Erwartungen von Wirtschaftskammer und Arbeitsmarktservice sind allerdings eher gedämpft. Theoretisch könnten etwa im Bundesland Salzburg 2.300 Geschäfte wieder öffnen – mehr dazu in salzburg.ORF.at.

Voller Parkplatz vor wiedergeöffnentem Baumarkt
Reuters/Lisi Niesner
Volle Parkplätze – dieser Tage ein seltenes Bild

Auch in Wien gab es lange Schlangen, wie auch bei den neun Mistplätzen, die nun wieder offen sind. Ab sofort können auch Privatpersonen ihren Sperrmüll abliefern, freilich nur unter bestimmten Bedingungen – mehr dazu in wien.ORF.at

Wirtschaftskammer fordert frühere Öffnung für alle

Mit Ausnahme von Bau- und Gartenmärkten seien keine Warteschlangen vor den Geschäften zu beobachten gewesen, sagte Gerhard Wohlmuth, Handelssprecher in der Wirtschaftskammer. Kleine Händler – Modeboutiquen, Delikatessengeschäfte, kleinere Buchhandlungen – verzeichneten einen eher ruhigen ersten Handelstag, in einigen Geschäften gab es verkürzte Öffnungszeiten. Es hatten auch nicht alle offen – für Geschäfte, die stark vom Tourismus abhängig sind, wäre es ein Verlustgeschäft.

Laut Zahlen der Wirtschaftskammer dürfen seit Dienstag rund 30.000 Geschäfte offen haben – die Zahl inkludiert auch jene Geschäfte, die nicht von den Schließungen aufgrund der Coronavirus-Krise betroffen waren, mit Ausnahme der Tankstellen. Die Wirtschaftskammer forderte nun eine rasche Öffnung für alle, und zwar früher als geplant – mehr dazu in steiermark.ORF.at.