Winterlandschaft
APA/Birgit Egarter
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Wetter

Kommende Tage werden tiefwinterlich

In Teilen Österreichs zieht am Wochenende der Winter richtig ein. Im Süden und Westen ist mit sehr großen Schnee- und Regenmengen sowie Föhnsturm zu rechnen. Auf den Bergen sind bis zu zwei Meter Neuschnee möglich, in den Niederungen kann es Eisregen geben.

Am Donnerstag schneit es laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) im Gebiet von Osttirol über Kärnten und den Großteil der Steiermark bis zum Südburgenland zehn bis 20 Zentimeter. Auch im Flachland wie im Raum Wien sind am Donnerstag erstmals Schneeflocken möglich, es kann für eine dünne Schneedecke reichen.

Eisregen und Glatteis

Anfangs besteht am Donnerstag stellenweise auch die Gefahr von Glatteis durch gefrierenden Regen. Im Osten und Süden wird es laut ORF-Wetterprognose weiterhin bewölkt, und es kann noch etwas schneien. Von Vorarlberg bis Oberösterreich wird es hingegen am Nachmittag zunehmend sonnig.

Am Freitag trübt es sich von Vorarlberg bis Oberkärnten ein, und es beginnt nach und nach zu regnen und zu schneien. Gegen Abend regnet und schneit es schon recht intensiv. Die Schneefallgrenze befindet sich zwischen 600 und 1.100 Metern. Von Kufstein und Klagenfurt ostwärts bleibt es trocken. Es ist wechselnd bewölkt und streckenweise nebelig. Nur in manchen Regionen behauptet sich länger die Sonne.

OBERTAUERN: Ein Tourenradfahrer schiebt im Schneefall in Obertauern sein Fahrrad am Sonntag, 11. Oktober 2020. Eine Kaltfront bringt Regen und in hšheren Lagen Schnee.
APA/BARBARA GINDL
Von Freitag bis Montag schneit oder regnet es ohne größere Pausen

Föhnsturm im Westen und Süden

Am Samstag kommt starker Wind bzw. Sturm aus Südost auf. In Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten gibt es weiterhin häufig Regen oder Schneefall, der intensiv ausfallen wird. Die Schneefallgrenze schwankt zwischen tiefen Lagen und 1.600 Meter. Im Flachgau, Donauraum und im Südosten bleibt es hingegen trocken mit Hochnebel, Wolkenfeldern und ein paar Sonnenstunden.

Am Sonntag wird es im Bergland und im Süden trüb, wiederholt fallen Regen und über 1.700 Meter Schnee. Große Schneemengen kommen dabei vom Brenner über Osttirol bis zum Wurzenpass zusammen. Trocken bleibt es hingegen von Oberösterreich bis ins Burgenland. Im nördlichen Alpenvorland wird es auch länger sonnig, sonst ist es meist bewölkt. Zum Teil weht starker bis stürmischer Südostwind.

Am Montag ist es meist bewölkt, nur vorübergehend dürften an der Alpen-Nordseite ein paar größere Sonnenfenster dabei sein. Zunächst ziehen vor allem am Alpen-Hauptkamm und im Süden noch ein paar Schauer durch. Im Tagesverlauf klingen die Schauer hier aber ab, vom Grazer bis ins Wiener Becken kann es dann allerdings zeitweise nass werden. Die Schneefallgrenze pendelt zwischen 600 und 1.100 Meter.

Bis zu zwei Meter Neuschnee auf Bergen

Die größten Schneemengen auf den Bergen von Freitag bis Montag erwartet die ZAMG im Gebiet von Oberkärnten über Osttirol bis zum Tiroler Alpen-Hauptkamm. Ein, zwei Meter Neuschnee dürften es sein. „Vereinzelt kann es hier auch mehr als zwei Meter schneien, außerdem kommt es durch den Föhnsturm zu starken Schneeverwehungen, und die Lawinengefahr steigt“, so die ZAMG.

Die genaue Prognose der Schneemengen in den Niederungen sei durch das Schwanken der Schneefallgrenze schwierig, da es in vielen Regionen von Freitag bis Montag einen Wechsel von Schneefall und Regen gibt. „Am meisten schneit es in den Tälern in Osttirol und in Oberkärnten (speziell im Lesachtal und im Oberen Mölltal) – hier sind von Freitag bis Montag etwa 70 bis 130 Zentimeter Neuschnee möglich. Aber auch in Vorarlberg und in Nordtirol sowie im Pinzgau, Pongau und Lungau kann es am Freitag und am Wochenende zeitweise stark schneien, mit Neuschneemengen zwischen 20 und 60 Zentimeter“, berichtete die ZAMG.

Schneepflug Asfinag
ASFINAG
ASFINAG sieht sich auf die erwarteten Schneemengen gut vorbereitet

Probleme im Verkehr möglich

Die großen Schnee- und Regenmengen können Probleme durch umstürzende Bäume und kleinräumige Überschwemmungen bringen, besonders in Oberkärnten und in Osttirol sowie in Nordtirol im Bereich des Alpen-Hauptkamms (Ötztal, Stubaital, Brenner, Wipptal, hinteres Zillertal). Sperren von Straßen und Bahnlinien seien möglich sowie Unterbrechungen der Stromversorgung. Auch der Föhnsturm kann am Wochenende Probleme bringen. Er erreicht den Berechnungen zufolge auf den Bergen deutlich über 100 km/h und kann auch in den Tälern der Alpen-Nordseite durchgreifen, mit etwa 70 bis 100 km/h.

Der Schnellstraßenbetreiber ASFINAG sieht ihre Mitarbeitenden in den 42 Autobahnmeistereien trotz Coronavirus-Krise gut auf den Wintereinsatz vorbereitet und „jederzeit einsatzbereit“, wie Geschäftsführer Stefan Siegele sagte. Präventivmaßnahmen wie die vorbeugende Streuung seien bereits voll angelaufen. „Indem wir feuchtes Salz streuen, bevor Niederschlag einsetzt, verhindern wir, dass sich Raureif, Regen oder Schnee an der Fahrbahn festsetzt. Der Untergrund bleibt griffig, und bei starkem Schneefall wird die Räumung so erleichtert“, sagte Heimo Maier-Farkas, Leiter der ASFINAG-Autobahnmeistereien. Zugleich wurde in einer Aussendung an die Verkehrsteilnehmer appelliert: „Nur mit winterfitten Fahrzeugen fahren“ sowie „Tempo reduzieren und Abstand halten“!