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APA/Hans Punz
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Wirtschaft

„Click & Collect“ für Handel ernüchternd

Wegen des dritten Coronavirus-Lockdowns müssen seit 26. Dezember im Handel die Rollläden bis inklusive 17. Jänner unten bleiben. Im Gegensatz zu den ersten beiden Lockdowns besteht nun die Möglichkeit, bestellte Waren an Ort und Stelle im Geschäft abzuholen („Click & Collect“).

Der Handel hatte seit dem ersten Lockdown auf die Einführung dieser Regelung gedrängt, die jetzigen Umsatzerwartungen sind allerdings verhalten. Laut Handelsverband würde diese Regelung weniger als zehn Prozent der erwarteten Umsatzverluste im Einzelhandel kompensieren. Von einem solchen System würde zudem nur ein Bruchteil der heimischen Händler profitieren können, betonte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montag.

Die Möglichkeit, „Click & Collect“ anzubieten, hänge vor allem vom jeweiligen Geschäftsmodell und Produkt ab. „Viele heimische Händler sind viel zu klein, für sie stehen die möglichen Umsätze in keiner Relation zu anfallenden Mietkosten und administrativem Aufwand“, sagte er.

Digital nicht entsprechend gerüstet

Will schätzt den Anteil jener Händler, die „Click & Collect“ im dritten Lockdown anbieten werden, auf unter zehn Prozent. Profitieren würden vor allem Möbelhändler und der Baustoffhandel, da diese Branche bereits viel in „Click & Collect“-Systeme investiert hätte, so Will. Viele österreichische Händler seien aber digital noch nicht entsprechend gerüstet, beklagte er.

Auch der Anteil jener Österreicher, die „Click & Collect“ als mögliche Einkaufsform im dritten Lockdown nutzen wollen, bleibt laut Will überschaubar. Laut einer aktuellen Umfrage des Handelsverbands gaben nur rund sechs Prozent der befragten Österreicher an, in den kommenden Wochen auf diese Art einkaufen zu wollen.

Der Handelsobmann der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Rainer Trefelik, zeigte sich ebenfalls verhalten. Eine genaue Prognose zum Erfolg des „Click & Collect“-Systems sei derzeit noch schwierig, da man noch keine Erfahrungswerte habe, sagte er. Für die Händler sei das zwar eine „wichtige Möglichkeit, die es gilt anzubieten“. Klar sei aber, dass die Regelung die erwarteten Umsatzeinbußen durch den dritten Lockdown nicht wettmachen können.

Lockdown für Händler „eine Katastrophe“

Die Umsätze durch „Click & Collect“ würden laut Handelsobmann „in keinster Weise ein Volumen erreichen, das die Ausfälle kompensiert“. Auch er betonte, dass die Regelung nicht für alle Händler sinnvoll ist. Ein „Click & Collect“-System „passt nicht für jeden“. Händler, deren Geschäftsmodell nicht geeignet ist, hätten laut Trefelik jetzt „keine Chance“. „Für die große Zahl der heimischen Händler ist der Lockdown eine Katastrophe“, beklagte er.

Die Zeit nach Weihnachten ist normalerweise für den Handel eine umsatzstarke Zeit. Handelsforscher der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) erwarten durch den dritten Lockdown Umsatzverluste im heimischen Einzelhandel von knapp 1,9 Mrd. Euro. Der Handelsverband rechnet mit Umsatzverlusten in Höhe von drei Milliarden Euro.