Luftaufnahme zeigt Maturanten die am Strand ein „X“ bilden
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Chronik

Anzeigen und Ermittlungen nach Maturareise

Bei einer Maturareise des Veranstalters X-Jam soll es in Kroatien zu sexuellen Übergriffen, Belästigungen und rassistischen Beleidigungen gekommen sein. Daraufhin wurden in Wien ein Security-Mitarbeiter angezeigt und in Graz ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zudem gab es 65 Infektionen mit dem Coronavirus.

Nachdem sich Vorwürfe rund um eine X-Jam-Maturareise in Kroatien erhärtet hatten, zeigte der Veranstalter einen Security-Mitarbeiter an. Wie X-Jam am Mittwochabend der APA mitteilte, wurde der Mann, der in Kroatien zwei Wochen als Ordner im Einsatz war, bei der Landespolizeidirektion Wien wegen sexueller Belästigung (Paragraf 218 StGB) zur Anzeige gebracht.

Der Anzeige gegen den – vom Veranstalter mittlerweile entlassenen – Security-Mitarbeiter waren „intensive interne Recherchen“ vorangegangen, hieß es seitens X-Jam. Der Verdächtige – ein österreichischer Staatsbürger – sei von mehreren Personen anhand von Fotos identifiziert worden. Dem Vernehmen nach soll er einem Mädchen auf ihr Zimmer gefolgt sein und sich zu ihr ins Bett gelegt haben, wo sie sich gegen seine Zudringlichkeiten zur Wehr setzen musste – mehr dazu in wien.ORF.at.

Ermittlungen in Graz

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Graz der APA ein Ermittlungsverfahren gegen einen 19-jährigen Steirer aus dem Bezirk Deutschlandsberg bestätigt, dem Vergewaltigung vorgeworfen wird. Der Bursch soll als Teilnehmer der Maturareise ein Mädchen aus Oberösterreich in einem Hotelzimmer missbraucht haben.

Die Betroffene hatte den Übergriff bereits in Kroatien gemeldet, nach ihrer Rückkehr erstattete sie in Begleitung ihrer Mutter auf einer Polizeiinspektion in Oberösterreich neuerlich Anzeige. In beiden Fällen gilt die Unschuldsvermutung – mehr dazu in steiermark.ORF.at.

65 Coronavirus-Fälle bestätigt

Wie der Veranstalter am Mittwoch der APA ebenso mitteilte, infizierten sich insgesamt 65 Teilnehmende der Maturareise mit SARS-CoV-2. Bei zwei Betroffenen konnte die Infektion noch an Ort und Stelle nachgewiesen werden, bei 63 nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatgemeinden. Wie X-Jam-Geschäftsführer Alexander Knechtsberger in einer der APA übermittelten Stellungnahme betonte, wurden auf dem Partygelände – ein Ferienressort auf der Halbinsel Lanterna – über 30.000 CoV-Tests, davon 23.000 PCR-Tests durchgeführt. In zwei Fällen wurde SARS-COV-2 nachgewiesen.

„Bei diesen beiden Infektionen ist es in Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden gelungen, den Infektionsweg nachzuvollziehen und zu klären. Bei beiden Teilnehmerinnen aus Deutschland war der PCR-Test zwei Tage vor ihrer Abreise in Deutschland negativ und der beim Buseinstieg durchgeführte Antigen-Test ebenfalls negativ, obwohl – wie das Contact-Tracing in Deutschland ergab – die beiden bereits vor der Abfahrt in Deutschland infiziert waren“, erläuterte Knechtsberger.

Am Tag nach ihrer Ankunft in Kroatien sei bei beiden nochmals – entsprechend einem vom Wiener Umweltmediziner Hans-Peter Hutter erstellten und von den kroatischen Gesundheitsbehörden genehmigten Präventionskonzept – ein PCR-Test durchgeführt worden. „Als die nun positiven Ergebnisse vorlagen, wurden laut dem uns vorliegenden Protokoll die beiden Teilnehmerinnen sofort abgesondert und in Quarantäne gebracht. Sämtliche K1-Personen wurden ebenfalls unter Quarantäne gestellt“, sagte Knechtsberger.

„X-Jam bedauert, dass es trotz des umfassenden Präventionskonzepts zu Infektionen gekommen ist. Hätten die vor der Reise durchgeführten Tests bei den beiden Teilnehmerinnen ein positives Ergebnis gezeigt, wären sie selbstverständlich von der Reise ausgeschlossen worden“, hielt der Maturareisenveranstalter fest.