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Getty Images/Aleksandr Zubkov
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Coronavirus

Dritte Impfung nach vier Monaten möglich

Die dritte Coronavirus-Impfdosis wird nun generell für alle Erwachsenen vier Monate nach dem Zweitstich möglich. Das geht aus den aktualisierten Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums (NIG) hervor, die am Montag veröffentlicht wurden. In dieser gibt es auch detaillierte Empfehlungen für Genesene.

„Die dritte Impfung kann ab vier und soll ab sechs Monaten nach der zweiten Impfung durchgeführt werden“, heißt es nun in den Anwendungsempfehlungen des NIG. Nach zwei Impfungen mit Vektorimpfstoffen (etwa AstraZeneca) ist die Drittimpfung vier Monate nach der Zweitimpfung nicht nur möglich, sondern wird auch „empfohlen“.

Bisher sah das Impfgremium diese Möglichkeit nur in „begründeten Ausnahmefällen“ vor – etwa nach zweimaliger AstraZeneca-Dosis. Wien hatte den „dritten Stich“ für alle zuletzt vorgezogen.

mRNA-Impfstoffe empfohlen

Die Empfehlung, prinzipiell für die dritte Impfung mRNA-Impfstoffe einzusetzen, bleibt gleich. Dabei soll laut NIG bevorzugt der gleiche Impfstoff wie bei den vorhergehenden Impfungen eingesetzt werden. Das Vakzin von Moderna soll seit Anfang November aber generell nur mehr für Personen ab 30 Jahren verwendet werden, das gilt weiterhin.

Grund sind „internationale Sicherheitsberichte“ zu einem erhöhten Auftreten von Myokarditis (Herzmuskelentzündung, Anm.) und Perikarditis (Herzbeutelentzündung, Anm.) vorwiegend bei jüngeren Personen. Menschen unter 30 sollen daher mit dem Impfung von Biontech und Pfizer aufgefrischt werden.

Moderna kann auf ausdrücklichen Wunsch allerdings auch bei Personen unter 30 Jahren verwendet werden. Das NIG betont die „exzellente Wirksamkeit“ des Impfstoffes von Moderna, der bei Personen ab 30 Jahren ein „unverändert gutes Sicherheitsprofil“ aufweise.

Auffrischung bei J&J-Impfung

Beim ursprünglich als „Einmalimpfstoff“ vorgesehenen Vakzin Janssen (Johnson & Johnson) gilt weiterhin die Empfehlung, sich nach vier Wochen eine Auffrischungsdosis mit einem mRNA-Impfstoff abzuholen. Dabei soll vorzugsweise Biontech und Pfizer bzw. bei über 30-Jährigen auch Moderna verwendet werden. Der Drittstich soll dann vier bis sechs Monate darauf erfolgen. Sollte der Zweitstich allerdings mit Janssen vorgenommen worden sein, verkürzt sich dieses Intervall auf vier Monate.

Ab dem 3. Jänner müssen mit Janssen erst einmal Geimpfte übrigens jedenfalls auffrischen, um die Gültigkeit des „Grünen Passes“ aufrechtzuerhalten, hieß es am Montag aus dem Gesundheitsministerium zur APA. Wie nach allen Zweit- und Drittimpfungen gilt der „Grüne Pass“ dann weitere 360 Tage.

Neue Empfehlungen für Genesene

Neu sind auch die Empfehlungen zur Impfung bzw. Auffrischung von Genesenen. Für die Gültigkeit des „Grünen Passes“ müssen die Betroffenen jedenfalls 180 Tage nach ihrer Genesung das erste Mal impfen gehen. In den Empfehlungen des NIG findet diese Personengruppe nun konkrete Anleitung, wie nach einer Genesung vorgegangen werden soll.

Nach einer (mittels PCR nachgewiesenen) Ansteckung ohne vorherige Impfung soll man die erste Impfung ca. vier Wochen nach der Genesung durchführen. Damit gilt man wie doppelt geimpfte Personen – für den „Grünen Pass“ gilt das Zertifikat dann 360 Tage bzw. ab dem 6. Dezember dann laut Gesundheitsministerium nur mehr für 270 Tage. Seitens des NIG wird eine zweite Impfung ab sechs Monate nach der ersten Impfung empfohlen.

Eine weitere, dritte Impfung, wird danach sechs bis neun Monate nach der zweiten Impfung empfohlen. Sollte sich ein Betroffener nach der Genesung nicht nur eine, sondern in zeitlicher Nähe dazu zwei Impfungen abgeholt haben (etwa weil man diese für internationale Reisetätigkeit benötigt hat), dann gilt ebenfalls die Empfehlung, sechs bis neun Monate nach dieser zweiten Impfung eine dritte Dosis zu erhalten.

Auch Anweisung bei Impfdurchbrüchen

Wer sich zwischen der ersten und zweiten Impfung ansteckt, dem empfiehlt das NIG, die zweite Impfung ebenfalls vier Wochen nach der Genesung vorzunehmen. Wer das unterlässt, der gilt für den „Grünen Pass“ lediglich als genesen und muss nach 180 Tagen jedenfalls eine weitere Impfung erhalten, um den „Grünen Pass“ weiter verwenden zu können. Für diese Personengruppe lautet jedenfalls die Empfehlung des NIG, sechs bis neun Monate nach dem Zweitstich dann die dritte Dosis abzuholen.

Doppelt Geimpfte, die nach der zweiten Impfung einen Impfdurchbruch (PCR-bestätigt) durchmachen, sollen sich nach der Genesung kurz vor Ablauf von 180 Tagen bzw. vor Ablauf von neun Monaten nach der zweiten Impfung die dritte Dosis holen. Der „Grüne Pass“ ist in diesem Fall bis zur dritten Impfung weiter gültig: entweder 360 Tage nach dem Zweitstich (ab 6. Dezember nur mehr 270 Tage) oder alternativ 180 Tage nach der Durchbruchsinfektion (je nach Zeitpunkt des Impfdurchbruchs, Anm.).