Chronik

Wieder mehr Hochzeiten im Vorjahr

In Österreich wurde 2022 wieder mehr geheiratet: 47.482 Paare haben standesamtlich den Bund fürs Leben geschlossen. 13.997 wurden gerichtlich geschieden. 1.598 eingetragene Partnerschaften wurden zudem begründet und 138 aufgelöst.

Nachdem die Zahl der Hochzeiten in Österreich während der CoV-Pandemie deutlich zurückgegangen war, gaben einander 2022 um 6.371 bzw. 15,5 Prozent mehr Paare das Jawort als im Jahr davor, so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas. Damit sei das Niveau von 2019 wieder übertroffen worden.

Gleichzeitig wurden um 513 bzw. 3,5 Prozent weniger Ehen rechtskräftig geschieden und um 27 bzw. 24,3 Prozent mehr eingetragene Partnerschaften aufgelöst als 2021. Die Zahl der jährlichen Scheidungen sei damit seit 2019 deutlich gesunken.

Männer durchschnittlich 33, Frauen 31 Jahre alt

Bei 71,1 Prozent der Hochzeiten im Vorjahr war es für beide Partner die erste Ehe. Das mittlere Erstheiratsalter der Männer lag bei 33,3 Jahren, jenes der Frauen bei 31,3. Die nachträgliche Eheschließung ihrer Eltern betraf im Jahr 2022 insgesamt 20.271 gemeinsame voreheliche Kinder. Pro geschlossener Ehe mit Kindern entsprach das im Durchschnitt 1,46 Kindern.

Im Jahr 2022 waren von den 47.482 standesamtlichen Eheschließungen 791 gleichgeschlechtlich; diese Möglichkeit der „Ehe für alle“ besteht seit 1. Jänner 2019. Zugleich begründeten 1.492 verschiedengeschlechtliche Paare sowie 106 gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Partnerschaft.

Ehen halten rund zehn Jahre

Die Gesamtscheidungsrate betrug 34,5 Prozent. Die mittlere Ehedauer (Median) der im Vorjahr geschiedenen Ehen lag mit 10,6 Jahren auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt 16.223 Kinder, davon 11.471 Minderjährige (70,7 Prozent), waren von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Die Ex-Ehepaare hatten somit im Durchschnitt 1,16 Kinder, mehr als die Hälfte davon jünger als 14 Jahre (8.877).

In sechs Bundesländern wurden 2022 weniger Ehen rechtskräftig geschieden als im Jahr davor. Die stärksten Rückgänge verzeichnete Tirol (minus 8,1 Prozent), gefolgt von Wien (minus 5,7 Prozent), Oberösterreich (minus 5,0 Prozent) und Vorarlberg (minus 4,1 Prozent). Im Burgenland (plus 1,6 Prozent), in Salzburg (plus 0,2 Prozent) und in Kärnten (plus 0,1 Prozent) gab es etwas mehr Scheidungen als im Jahr 2021.

11.954 bzw. 85,4 Prozent aller Scheidungen erfolgten in beiderseitigem Einvernehmen. Bei den insgesamt 1.775 strittig geschiedenen Ehen war zu 44,1 Prozent der Mann Träger des Verschuldens, zu 10,8 Prozent die Frau, zu 31,7 Prozent beide sowie in 13,5 Prozent der Fälle keiner von beiden.